Fragen Sie Frau Andrea: Haar, Warze, Banane

Stadtleben | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

Liebe Frau Andrea,

einige Jahre Biologiestudium und einige heftige Diskussionsabende haben nicht dazu geführt, folgende brennende Fragen zu beantworten: Warum ist der Mensch das einzige Säugetier mit ständigem Haarwachstum am Kopf? Warum haben Männer (wie auch andere männliche Säuger) Brustwarzen? Warum ist für uns Menschen eine krumme Banane viel attraktiver als eine gerade (wo doch Letztere wegen geringeren Platzbedarfs wirtschaftlich vorteilhafter wäre)?

Vielen Dank, MfG,

Christine Trischler, Wien 8

Liebe Christine,

mein bescheidener akademischer Kenntnisstand der menschlichen Keralogie und Mammologie sowie Volksschulkenntnisse in den Disziplinen Bananenanbau und Primatenbehaviorismus erlauben mir folgende Antworten: Der Mensch ist (vom Pony abgesehen) nicht nur das einzige Säugetier mit exzessivem Kopfhaarwachstum, sondern auch das einzige mit exzessiver Glatzenbildung. Wir müssen die Phänomene Rapunzel und Kojak nur als zwei Seiten der gleichen Medaille betrachten. Die Mehrzahl der Männer europäischen Aussehens wäre froh, wenn ihre These vom ständigen Kopfhaarwachstum des Menschen auch nur in Ansätzen zuträfe. Männliche Säugetiere haben deswegen Brustwarzen, weil die geschlechtliche Differenzierung erst nach der Bildung der so genannten Milchleisten eintritt. Die Natur hat den Mann mit einem Drüsenapparat ausgestattet, um ihm bei Verlust der Mutter zur Ernährung eines Babys zu befähigen. Es mag absurd klingen, aber männliche Brustwarzen können zur Laktation stimuliert werden. Bananen die krumm wachsen, greifen sich besser an, sehen besser aus und sind billiger zu produzieren. Bananenstauden bringen Bananen nämlich ganz von selber in diese scheinbar ideale Form. Und wir sind seit Kindesbeinen auf krumme Bananen konditioniert. Das ist alles.

Schreiben Sie Frau Andrea: dusl@falter.at; und besuchen Sie:


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