VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

... berichtete Gipsy Loibl von der Aufführung von Horvaths "Der jüngste Tag" durch die Gruppe 80.

Das Stück zu inszenieren ist eine Herausforderung, mit dem Schweigen und Verstummen umzugehen und das Befremden(de) nicht aufzuheben durch deutende Aufbereitung. Am leichtesten würde eine psychologisierende Spielhaltung mit dem Befremdlichen fertig werden: Das Tun und Lassen der Protagonisten aus ihrer psychischen Disposition heraus erschöpfend zu erklären. Dafür müsste Horvath - ganz geringfügig bearbeitet (korrigiert) werden: Hier eine kleine Geste der Ergänzung, dort eine Weglassung. Somit sind die Hilfestellungen beschrieben, die gegen die Fremdheit der Dramaturgie und Texte Horvaths angewandt werden. Die feinen Unterschiede auszumachen, habe ich nicht aufgelesen in so genannter Sekundärliteratur, sondern erlebt an der Inszenierung der Gruppe 80. Ihre hervorragende Leistung, mit der Vielheit des Textes zurechtzukommen, stellt diese Aufführung wieder als Wiener Musterinszenierung


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