Viel Strom, wenig Atom?

Vorwort | NINA HORACZEK | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

TEMELÍN. Die schwarz-blaue Regierung kämpft gegen Tschechien und für Atomenergie. 

Es gibt gute Gründe, sich gegen das AKW Temelín zu engagieren. Temelín ist nicht einfach nur irgendein Kernkraftwerk. Das tschechische AKW bedeutet auch eine Trendwende. Nach dem Tschernobyl-Unfall im April 1986 befand sich die Atomindustrie lange Zeit in der Defensive. Die Menschen fürchteten sich vor einer Technologie, die Claus Traube, früher Atommanager und nunmehr Galionsfigur der Anti-AKW-Bewegung, als "unberechenbar" bezeichnet. Als Konsequenz wurden seit 1986 in ganz Europa weit weniger Atomkraftwerke gebaut als ursprünglich geplant. Seit einiger Zeit arbeitet die internationale Atomlobby aber wieder verstärkt an einer Renaissance der Nuklearenergie. Atomkraft wird als "saubere" Energie präsentiert, die dem Treibhauseffekt entgegenwirkt. Konsequent unterschlagen wird aber die Tatsache, dass weltweit nur drei Prozent der Energie aus Atomkraftwerken stammen. Sollte uns der Atomstrom vor


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