Der "blasse Bub"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

KINDERRECHTE. Ein zwölfjähriger Bub wird in der Schule von der Polizei abgeholt und in eine geschlossene psychiatrische Anstalt gesperrt. Der Kontakt zur Mutter wird verboten. Der Fall zeigt, wie Justiz und Gutachter einen Streit der Eltern ums Kind eskalieren lassen können. 

Menschlich war das ein Wahnsinn", sagt der Lehrer der Hauptschule. Mehr will er dazu nicht sagen. In einem kleinen niederösterreichischen Dorf schweigt man lieber über das, was da in den Morgenstunden des 13. November passiert ist. Da wurde der zwölfjährige Schüler Johannes H. im Unterricht von der Gendarmerie und einem Gerichtsvollstrecker vor den Augen seiner Schulkameraden abgeholt; der Bub wurde weinend in einen Wagen gesetzt und in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Gegen seinen Willen und gegen den Willen der Mutter. Das Gericht hatte es so angeordnet.

  Seit über drei Wochen sitzt Johannes H. nun in der Jugendabteilung der Landesnervenklinik Mauer-Öhling. Er darf bis auf Weiteres nicht mehr


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