RASSISMUS & POLIZEI in Wien: "Das müssen Sie sich gefallen lassen"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

Der Mann ist Österreicher und lebt seit zehn Jahren in Wien. Felix O. fühlt sich als Wiener. Bis er dieses eine Mal mit der Rolltreppe am Westbahnhof fuhr. Menschen wie Felix O. sind allein deshalb schon verdächtig. Denn der gebürtige Nigerianer hat eine schwarzer Hautfarbe und das Pech, dass viele seiner Landsleute an Bahnhöfen dealen.

  Im Sommer wurde Felix O. wieder einmal kontrolliert. Mit einem ziemlich unsanften "Hallo! Na hallo!" hätte ihn der Inspektor angesprochen. "Hallo gibts kann", meinte O. und beschwerte sich über die Kontrolle. Ein Wort gab das andere, plötzlich war die Halskette des Farbigen abgerissen und er fand sich in einem Kammerl der Verkehrsbetriebe wieder. Dort musste er sich nackt ausziehen, seinen After auf versteckte Drogen untersuchen lassen. "Moch ma an Widerstand", soll einer der Beamten geraunt haben. Widerstand gegen die Staatsgewalt, Erregung öffentlichen Ärgernisses. Schließlich hatte Felix O. gewagt, sich über die Kontrolle lautstark zu beschweren.


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