Kommentar: Die Schwierigkeit, einen Preis zu vergeben


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

Man kann Staatssekretär Franz Morak nur zustimmen: Wenn Preise an österreichische Künstler vergeben werden, ist das Grund zur Freude, der man im Rahmen der entsprechenden Feier ruhig Ausdruck verleihen soll. Allerdings neigten die Österreicher, wie Morak anlässlich der Vergabe des Hans-Koller-Preises 2001 am vergangenen Sonntag im Jazzklub Porgy & Bess erklärte, auch dazu, ihr Schlicht unter den Scheffel zu stellen. Er sagte tatsächlich "Schlicht". Ein ganz alltäglicher Versprecher, der sich allerdings als Kalauer höherer Ordnung erwies. Ginge man nämlich davon aus, dass die Österreicher durch die Preisredner und deren Peinlichkeiten repräsentativ vertreten worden waren, man müsste ihnen dringend empfehlen, die eigene Schlichtheit weiterhin unter dem Scheffel zu belassen.

Es begann schon damit, dass der anwesende Namensgeber des Preises, der Saxophonist Hans Koller, von Moderator Mathias Rüegg "stellvertretend" für die anwesende Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur

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