Fantasy aus echtem Stein

Kultur | DANIEL KEHLMANN | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

LITERATUR. J.R.R. Tolkiens Opus magnum, "Herr der Ringe", dessen erster Teil vor Weihnachten ins Kino kommt, wird vor allem von denjenigen, die es nicht gelesen haben, als esoterischer Schund verachtet. Tatsächlich ist es ein außergewöhnlich gut geschriebenes und gut gemachtes Stück Weltliteratur. 

Anfang 1997 führten der britische Bildungskanal Channel 4 und die Buchhandelskette Waterstone's eine Leserbefragung nach dem bedeutendsten Roman des 20. Jahrhunderts durch. Das Ergebnis erregte Tumulte unter Englands Literaturkritikern: "Ich würde dieses Ding nicht in meinem Haus aufbewahren!", versicherte Susan Jeffreys in der Sunday Times; das Times Literary Supplement nannte das Resultat "schreckenerregend", und der Guardian bezeichnete den Gewinner als "eines der schlechtesten Bücher, die je geschrieben wurden". Es ging, man vermutet es schon, um J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe".

  Nur zögernd und defensiv meldeten sich auch andere Stimmen. Die Literaturwissenschaftler Andrew


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige