Ein feiner Mensch

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

LITERATUR. Der Berliner Autor Thomas Kapielski macht aus Stammtischdebatten spannende Bücher. Porträt eines großen Dilettanten und Trinkers.  

Der Kapielski - also, der Kapielski, das ist ein feiner Mensch. So ein feiner Mensch, der Kapielski, so was gibts doch gar nicht!" Mit Wiederholungen dieses zunächst zaghaft leise vorgebrachten, schließlich aber bis zum Gebrüll anschwellenden Monologs pflegt Thomas Kapielski bei Vortragsabenden das Eis zu brechen. So man den Erinnerungen in den - meist bei oder "Nach Einbruch der Nüchternheit" (Buchtitel) verfassten - Texten des deutschen Autors, Künstlers, Musikers und gemütlichen Trinkers aus Überzeugung glauben darf, wird das vom Publikum stets bestätigt und Kapielski ausgiebig bejubelt. Als Zugabe hat der Berliner dann auch noch die Variation "Der Kapielski ist ein Arschloch" im Programm.

  Am liebsten trägt Kapielski in Kneipen vor, denn dafür bedarf es keiner großen örtlichen Veränderung. Dort sitzt er ohnehin den halben Tag


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