LYRIK-REIHE: Joystick, Treets und Blyton

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

Um einen guten literarischen Geschmack zu entwickeln, gibt es nur einen Weg - Lyrik zu lesen." Mit der kapriziösen Erklärung des Literaturnobelpreisträgers und Großdichters Joseph Brodsky bewirbt die Sammlung Luchterhand nach diversen Verlagsturbulenzen ihre reanimierte Lyrikreihe. Ob es gerade die folgenden sieben Autoren sind, die Brodsky - entsprechend seiner Vision von billigen Gedichtbänden in Massenauflagen - wie die Bibel in Hotelzimmern hätte verbreiten lassen, sei dahingestellt.

  Der irische Nationaldichter William Butler Yeats (1865-1939), der seine spätviktorianische Lyrik in einen keltischen Symbolismus mit allerlei östlichem Mystizismus transformierte, gilt als einer der Ahnherren der Moderne. Seine "Liebesgedichte" an die Schauspielerin und Freiheitskämpferin Maude Gonne sind monströse Klagelieder über die eigene Impotenz, rückblickende Altherrenfantasien über junge Mädchen. "Ich war dreiundzwanzig Jahre alt, als die Verwirrung meines Lebens begann." Von solchen


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