Das sind nicht meine Bilder

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

FILM. Sorgfältig arrangierte Unschärfe, kunstvoll berabeitete Dokumentarbilder: Der israelischen Videofilmerin Irit Batsry ist eine Personale gewidmet. 

Wie mit Wasserfarbe gemalte Landschaften ziehen vorüber. Man ahnt mehr, als man sieht. Wiesen, Strand, Meer sind bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, bis sich mit einem Mal die verwaschenen Konturen einer menschlichen Figur gegen den ausgebleichten, weißlichen Bildhintergrund abheben: ein einsamer Strandläufer (oder vielleicht auch nur sein Schatten), der, in ruckelnde Bewegung versetzt, durch die Dünen wandert. Selbst in der Abstraktion ist der Mensch noch der Maßstab aller Dinge - "eine Referenz, die uns hilft, ein Bild zu lesen", wie Irit Batsry in der Gebrauchsanweisung zu "Scale" (1995), ihrer filmischen Hommage an Giacometti, schreibt.

  Irit Batsry, geboren 1957 in Ramat-Gan, Israel, und seit 1983 vor allem in New York zu Hause, arbeitet mit Video, soll heißen: Sie besorgt nicht nur Kamera und Schnitt, sondern auch das so


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