Die Hölle von Bullerbü

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

FILM. Roy Anderssons Endzeitvision "Songs from the Second Floor" macht Schluss mit dem Dauersonnenschein im Filmland Schweden. 

Lasse, Pelle, Kalle - es ist, als hätte man die Kinder von Bullerbü aus dem heuduftenden Paradies ihrer Kindheit vertrieben und in einen großstädtischen Albtraum verbannt. Die Figuren des schwedischen Filmemachers Roy Anderson, allesamt blutleere Bleichgesichter, stolpern durch eine Welt, deren Farbpalette nicht viel breiter als von Staubgrau bis Schimmelgrün ist: Ein ältlicher Brandstifter steht rußverschmiert und verzweifelt in der U-Bahn, doch niemand schenkt ihm Beachtung. Ein Zauberkünstler versägt bei einer Firmenparty seine Nummer (und einen Freiwilligen beinahe in zwei Teile). Frauen mit Bäuchen und Hängebrüsten bieten sich ihren müden, kahlköpfigen Männern vergeblich zum Sex an, und ein Frischentlassener klammert sich ungläubig schreiend an das Hosenbein seines Chefs.

  Vier Jahre hat Andersson an seiner filmischen Endzeitvision "Songs


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