Unsichtbare Gegner

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

KUNST. Constanze Ruhm gehört zu jener Generation von Künstlerinnen, die sich neuer Medien bedienen, ohne deshalb gleich Medienkünstler sein zu wollen. 

Die Gedichte, die sie zwischen 15 und zwanzig im Paul-Celan-Stil geschrieben hat und in der Literaturzeitschrift Frischfleisch und Löwenmaul veröffentlichte, waren der heute 36-jährigen Constanze Ruhm lange Zeit peinlich. So lange, bis die Wiener Künstlerin lyrischen Ausdruck in der coolen Kunstwelt wieder gut fand. "Ich habe mein Interesse für Literatur nach langer Zeit wieder belebt und würde das, was ich mache, auch als eine konzeptionelle Form von Literatur sehen", sagt Ruhm, die auf der Angewandten Visuelle Mediengestaltung studiert hat.

  Der Titel ihrer aktuellen Ausstellung "A Memory of the Players in a Mirror at Midnight" in der Galerie Kerstin Engholm bezieht sich auf ein Gedicht von James Joyce, die Installation selbst ist um einen selbst verfassten englischen Text herumgebaut. Er heißt "Script", ist aber kein Drehbuch

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