Stadtrand: Kaffee a gogo

Stadtleben | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

Wenn ich, sagen wir mal, in West Hollywood bin, gehe ich gerne zu Starbucks Kaffee trinken. Nicht, weil dort Rauchverbot herrscht (obwohl ich Nichtraucher bin). Auch nicht wegen der schrecklichen Pseudolandhausmöbel oder weil ich in meinem Pappbecher unbedingt einen "Caramel Frappuccino", geschmacksverstärkt und mit extra viel Schlagobers, haben muss (ich trinke eh meistens den billigeren "Caffè Americano"). Oder weil die "Barista" genannten Kaffeesieder bei der Bestellung immer gleich meinen Namen wissen wollen, um ihn dann auf den Pappbecher zu schreiben, um mich auszurufen, wenn der Kaffee fertig ist. Ich gehe, wenn ich beispielsweise in West Hollywood bin, gerne zu Stabrucks Kaffee trinken, weil ich so selten in Los Angeles bin, dass ich nichts anderes kenne. Wäre ich einmal in Tokio, würde ich wahrscheinlich auch den ein oder anderen "Coffee to go" aus einem der dortigen Starbucks tragen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenso (obwohl ich mir eigentlich nicht vorstellen möchte, dort einmal zu sein). Vergangene Woche hat in Wien der erste Starbucks aufgesperrt: Kaffee zum Wegtragen mitten in der Stadt. Wo ich in meinen Kaffee trinke, wenn ich in Wien bin? Im Café Jelinek. Wie immer. C. W.


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