Disneys Hinterhof

Stadtleben | KLAUS STIMEDER | aus FALTER 50/01 vom 12.12.2001

COMICS. Walt Disney, der erzkonservative Gottvater des Comics, wäre dieser Tage 100 Jahre alt geworden. Die Wiener Comicszene tangiert das nur wenig. Sie leidet unter ihrem Nischendasein.

Manchmal kann sich Friedrich Trieblnig noch darüber ärgern, dass er in seinem Job gar so viel Zeit hat. Ein paar Meter weiter, auf der festlich dekorierten Mariahilfer Straße, hat längst das Weihnachtsgeschäft eingesetzt und auch in dem seinem Shop gegenüberliegenden Café Europa lassen sich regelmäßig die Massen zu einem Tässchen spätnachmittäglichen Grüntees nieder. Aber in Friedrich Trieblnigs Geschäft in der Zollergasse verirrt sich kaum einer der jungen, hippen Genussmenschen.

  Nur selten bleibt einer vor der kleinen Auslage hängen, aus der Spiderman und Donald Duck herausschauen. "Mit Comics macht man eben kein Geschäft in Wien", sagt der 42-jährige Verkäufer halb melancholisch, halb grantig. Dreißig Stunden pro Woche steht Trieblnig im Comicforum hinterm Verkaufstresen. Hervorkommen,


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