Vergesst die Josefstadt!

Vorwort | MARIE RINGLER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

KULTURPOLITIK. Nach vollmundigen Versprechen und Kürzung des Kulturbudgets herrscht im Wiener Kulturamt besinnliche Ratlosigkeit. 

Schöne Worte fand der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zu Beginn seiner Amtsperiode. Er sprach von "diskursiver Öffentlichkeit", von einer Politik der "offenen Türen und offenen Ohren" und vom Wiener Gegenmodell zur Bundesregierung.

  Seit dem Sommer klingen seine Vorhaben verhaltener: "Einleitung der längst notwendigen Belebung und sanften Erneuerung der Wiener Theaterlandschaft." Versprechungen, die an die Ziele einer Seniorenresidenz erinnern. Was ist seitdem passiert? Beabsichtigt der Sozialdemokrat Mailath-Pokorny, nun der "bessere Marboe" zu werden?

  Statt sich mit der angekündigten kritischen Öffentlichkeit auseinander zu setzen, verwickelte sich der Stadtrat in den ersten Monaten seiner Amtsperiode in vorstadttheaterreife Possen um Josefstadt und Rabenhof. Und in der Freien Bühne Wieden wird bereits am dritten Akt gearbeitet.


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