Mutter, Mutter, Kind

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

SORGERECHT. Erstmals wurde eine Lesbe in Österreich offiziell als Pflegemutter des Sohnes ihrer Freundin anerkannt. Ist das gut fürs Kind? 

Das gängigste Vorurteil zuerst: Ein Bub, der bei Lesben aufwächst, wird schwul. Denn er kennt weder Fußball noch Fisherprice. Tina1 lacht. "So wild, wie der David drauf ist, werden wir beide eher ganz junge Omas", sagt die 34-jährige Wienerin: "Aber die sexuelle Orientierung kann man bei einem Sechsjährigen natürlich noch nicht erkennen." Der Erstklässler tollt im Skioverall mit Yuko und Ernesto, den Katzen, durch die Wohnung am Mexikoplatz. "Mama, gib mir den albernen grünen Stein!", verlangt er. "Iss zuerst deine Kekse auf", sagt Tina und streichelt ihm über die blonden Locken, "und zieh den Skianzug wieder aus, sonst schwitzt du."

  Tina ermahnt, Tina lobt, Tina kocht, Tina putzt, Tina wäscht. Tina holt David von der Schule ab und lernt mit ihm. Sie lachen und sie spielen miteinander, hin und wieder auch Fußball. Tina ist Davids Mutter.


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