Zur Sicherheit

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

JUDEN. Wer das zurückgezogene Leben und den hohen Schuldenberg der Israelitischen Kultusgemeinde begreifen will, der muss die Hintergründe des 29. August 1982 kennen: Was für die New Yorker der 11. September, war für die Wiener Juden der Terroranschlag auf ihren Stadttempel.  

Diese Geschichte hat keine Adressen und nur wenige Gesichter. Zur Sicherheit. "Sie können gerne kommen", bekommt man von den verschiedenen Institutionen der Israelitischen Kultusgemeinde zu hören, "aber Sie wissen : keine Fotos vom Äußeren unseres Gebäudes, keine Bilder von unserer Kinder, unserer Patienten, unserer Bewohner". Und: "Ihren Ausweis bitte nicht vergessen."

  Nicht alle wissen das. Vergangenen Mittwoch, vor dem Versammlungssaal der Wiener Kultusgemeinde im ersten Bezirk: Drinnen soll das Buch "Unser Wien. ,Arisierung' auf österreichisch" der Historikerin Tina Walzer und des Journalisten Stephan Templ (Aufbau-Verlag) vorgestellt werden. Draußen wartet eine Menschentraube. Es ist bitterkalt.


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