CHRONOLOGIE 2001: Restitution & "Dreck am Stecken"

Politik | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

Im Jänner einigte sich die Republik mit den Klägergruppen in Washington über die Entschädigung für das von den Nazis entzogene Eigentum. 70.000 Wohnungen, unzählige Betriebe und Geschäfte wurden, wie es im NSDAP-Jargon hieß, "arisiert". Viele Wiener hatten 1938, noch vor der Legalisierung des Beutezuges, beim Hab und Gut ihrer jüdischen Mitbürger ordentlich zugegriffen: Sie raubten Möbel, Geschirr und Wertgegenstände. Da sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in Washington weigerte, auch das zerstörte Eigentum der Kultusgemeinde mitzuverhandeln, hat deren Präsident Ariel Muzicant das Abkommen nicht unterschrieben. Aber paraphiert hat er es: Damit die betagten Opfer nicht länger auf ihr Geld warten müssen. Wenn die letzte Sammelklage von einem US-Gericht abgewiesen oder von den Klägern zurückgezogen wird, wird das Geld nach 56 Jahren endlich ausbezahlt.

  Im März gingen die Wogen von neuem hoch: Während des Wiener Wahlkampfes verhöhnte Jörg Haider den Spindoctor der


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