FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

Abschiednehmen hat auch etwas Therapeutisches. Vor allem, wenn man sich von alten, eitlen Männern verabschiedet, die schon seit Jahren nerven. Männer wie Marcel Reich-Ranicki, der jetzt nach 14 Jahren Oberlehrertum sein "Literarisches Quartett" in Pension schickt. Wer die letzte Sendung gesehen hat, war froh darüber. Wo andere Argumente für oder gegen ein Werk haben, bleibt dem wichtigen Herrn Reich manchmal nur mehr sein "So etwas will ich nicht lesen." Blöd nur, dass sich der Literaturpapst selbst nicht in Pension begibt, sondern nächstes Jahr mit einer eigenen Show wiederkehren will. Dafür wird Walter Schiejok, tapferer ORF-Robin-Hood, mit seinen "Konflikten" abgesägt. Nach 35 ORF-Jahren weiß "Weudl", auch unvergessener Erfinder des öffentlich-rechtlichen Nachmittagtalks "Schiejok täglich", nicht, ob er nächstes Jahr noch für den ORF Witwen und Waisen retten darf. Bitter. Bleibt nur noch ein erfreulicher Abschied: Ab Jänner kann die tägliche "Frisch gekocht"-Show mit dem flotten Selbstdarsteller-Team Sabine Petzl/Alois Mattersberger nicht mehr täglich gesendet werden - wegen böser Sparmaßnahmen. Das neue ORF-Gesetz hat auch sein Gutes.


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