Kommentar: Literarisches Quartett: "Den Vorhang zu!"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

Zunächst muss ich an dieser Stelle Marcel Reich-Ranicki endlich einmal persönlich danken. Als Zerrbild dessen, was man gemeinhin eine "Institution" nennt, macht er das Reden über Literatur gleich noch einmal zum Gegenstand für Kommentatoren, die sich so auf dem Feld der Meta-Literaturkritik als Kritikerkritiker profilieren konnten. Auf das "Literarische Quartett" war eben Verlass: Es bot immer wieder Material für Kritik, Empörung und Häme. Auch diesmal, als die letzte Sendung zum pathetischen Staatsakt geriet: Der deutsche Bundespräsident hatte ins Berliner Schloss Bellevue geladen und in seiner Begrüßungs- und Verabschiedungsrede an das aufklärerische Potenzial des Fernsehens erinnert: Die Television kann uns allen helfen, zu denkenden Menschen zu werden.

Die Weihestimmung hielt nicht lange an, denn schnell war Reich-Ranicki wieder bei seinem Lieblingsthema und damit ganz bei sich. In den meisten Fällen, so verriet der sicher ganz anständig entlohnte literarische Vorkoster


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