Überdosis Süßstoff

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

MUSIK. In vier Boxen sind soeben die Singles der Popinstitution Erasure erschienen: ein maßloses Projekt, das vorsichtig genossen werden muss. 

Oooh L'Amouuuur! What's a boy in love supposed to doooo?" Nach zwei eher belanglosen Singles gelang dem britischen Synthi-Pop-Duo Erasure 1986 mit dem haltlos pathetischen und dennoch unpeinlichen Heuler "Oh L'Amour" ein Hit, der neben der homosexuellen Kernkäuferschicht gleichermaßen den ungeliebt zu Hause schmachtenden Otto Normalhörer ansprach. Bis heute ist es ein Stück, mit dem sich Bekannte testen lassen: Wer auf diesen Kitsch hereinfällt, kann kein ganz schlechter Mensch sein.

  Durch den Erfolg der Single blieb Erasure länger am Leben als Mastermind Vince Clarkes vorige Projekte: Bei Depeche Mode war der chronisch Unzufriedene nach der ersten Platte ausgestiegen, und auch die beiden Nachfolgeprojekte Assembly und Yazoo, ein besonders fabulöses Duo mit Alison Moyet ("Only You"), hielten jeweils nur ein Jahr lang.

  Clarkes musikalische


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