"Man spielt um sein Leben"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

MUSIK. Er stammt aus Vorarlberg, fühlt sich als Europäer und liebt New York: Peter Herbert ist ein ebenso viel gesuchter wie vielseitiger Bassist. 

Play or die!" - "Spiel oder stirb!" steht auf einem kleinen Zettelchen, das sich in jedem zehnten Exemplar von Peter Herberts jüngster CD "Bassooka" findet. Darin eingefaltet: ein kleiner Munitionsstreifen für Kinderpistolen. Trotz dieser verspielten Ironie will es Peter Herbert durchaus ernst verstanden wissen: "Man spielt schon jedes Mal um sein Leben." Das merkt man auch auf der Bühne. Als der Bassist Anfang Dezember anlässlich der Auszeichnung mit dem Hans-Koller-Preis ein Solokonzert im Porgy & Bess gab, eröffnete er mit "Nardis" von Miles Davis: Herbert schnauft, seine Hände sind überall; auf den Saiten sowieso, aber auch darunter und auf dem Resonanzkasten - schließlich ist der Bass, woran gerade Herberts "Nardis"-Solo wieder eindrucksvoll erinnert, auch ein Perkussionsinstrument. Und schon von seiner Gestalt her eine Körpermetapher.


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