Heiliger Bimbam!

Kultur | STEFAN ENDER | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

LITERATUR. In "Doktor Paranoiski" erzählt Ernst Molden vom geplanten Staatsstreich einer krausen Sekte und vom Zauber des Wienerwalds.  

Gleich zu Beginn des Romans krachts erst einmal ordentlich: "Es ist der 16. März, eine knappe Woche vor der Äquinox", als ein Kugelblitz sich über dem Rennweg entlädt und eine Schnellbahn kurzzeitig außer Betrieb setzt. Nur unweit davon, in der Fasangasse, verbrennt zur gleichen Zeit der Leichnam eines Unbekannten, um den zivilisationsmürben Icherzähler der Last seiner Identität zu entledigen. Dr. Salzer, Botaniker, Journalist und letzter Spross einer verarmten Großgärtnerdynastie, flieht die Stadt, nach Reinigung und Ruhe dürstend. Bei seiner einsamen Odyssee durch den Wienerwald verliert er Woche für Woche an Kraft, in den Föhrenbergen bei Mödling droht der Fachmann für Nachtschattengewächse bald selber zu einem zu werden: Mit gebrochenen Rippen und hoch fiebrig liegt er am Waldesgrund und dämmert seinem Ende entgegen.

  Als er das


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