Erinnerung ohne Pflichten

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

FILM. Blendendes Schwarz-Weiß trifft auf Amateurvideo: In "Eloge de l'amour" erzählt Jean-Luc Godard eine Geschichte - und auch wieder nicht. 

Ein junger Mann, nennen wir ihn Edgar, hat ein Projekt. Vielleicht wird es ein Film, vielleicht eine Oper, vielleicht ein Roman, fest steht lediglich: Es geht um die Liebe, die vier Stadien der Liebe (Begegnung, Leidenschaft, Trennung, Wiedererwachen), verkörpert durch drei Paare (jung, erwachsen, alt). Aber die Geschichte tut nicht viel zur Sache. Sie ist bloße Konvention, lästig, aber man "braucht" sie halt doch - wie Edgar bemerkt, "selbst in Pornofilmen".

  Jean-Luc Godard ist siebzig, und Edgar, gespielt von Bruno Putzulu, so etwas wie das Alter Ego Godards von vor dreißig oder 35 Jahren. Die erste Hälfte des Films spielt in den Straßen von Paris, die einst auch Schauplatz der Nouvelle Vague und des Mai 68 waren. Die zweite Hälfte führt uns in die Bretagne, wo Jean-Luc bei seinen Großeltern aufwuchs und als Kind seinerzeit die deutsche


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