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Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

Mit Nestroy ist das so eine Sache. Vor der Premiere schwärmen Regisseure gerne davon, was für ein wilder Hund er doch war, wie sie ihn endlich wieder von der Leine lassen werden und wie aktuell das dann sein wird. Nach der Premiere war es meist aber doch wieder nur ein geselliger Abend im Zierhundeverein. Auch Michael Schottenberg hat angekündigt, sein "Talisman" werde mit den herzigen "Rüscherlinszenierungen", die man Nestroy jahrelang angetan hat, aufräumen. Ähnlich wie im Burgtheater mit Schmiedleitners "Zerrissenem" gelingt das aber auch im Volkstheater nur halb und mit eher äußeren Mitteln. Interessant ist das ausgewählt schäbige Bühnenbild von Hans Kudlich, etwas aufgepfropft kommt die jazzige Musik von Sabina Hank. Die Publikumslieblinge Toni Böhm, Maria Bill und Erni Mangold spielen kraftvoll und pointensicher, aber recht gefällig. All das ist ungefähr so überraschend wie die Nachricht, dass Weihnachten heuer auf den 24. fällt. Ansätze zu ekelhafter Bösartigkeit


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