StadtMensch

Stadtleben | aus FALTER 51/01 vom 19.12.2001

Wer abends in Wien unterwegs ist, kennt Andreas Lindermayr. Vielleicht nicht mit Namen, aber ganz sicher vom Sehen. Früher sei er oft bis zu zehn Kilometer durch die Nacht marschiert, erzählt er. Von Lokal zu Lokal, durch sämtliche Szenen - vom EKH bis zum Schicki-Club. Mittlerweile ist der Philosoph ruhiger geworden, aber durch Jobs wie Türsteher, Garderobier oder Puffportier immer noch fest im Nachtleben verankert. "Ich sehe mich selbst als eine Art Verbindungsmann zwischen den unterschiedlichsten Menschen", beschreibt der 44-Jährige sich selbst, "ich bin so etwas wie ein Hirte." Zurzeit arbeitet Lindermayr an einem Buch, in dem er sich mit seiner Zeit als Nachtwächter in der Nationalbibliothek beschäftigt. Und befasst sich darin vor allem mit Philosophie und mit der Aufgabe jedes einzelnen in der Gesellschaft. Lindermayrs Job? "Meine Funktion im öffentlichen Raum ist die eines Choreographen", sagt er. "Eines Choreographen ohne Engagement." C. W. / Foto: Heribert Corn


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