Patrioten? Konformisten?

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

AUSLAND. Über die gefährliche Vorbildwirkung der USA in Zeiten ihrer imperialen Vorherrschaft. 

Hohl klingen heute die bombastischen Ankündigungen Osama bin Ladens vom bevorstehenden Niedergang Amerikas unter den Schlägen seiner Selbstmordattentäter. Das Gegenteil ist eingetreten: Die USA stehen heute in der Welt stärker da als je zuvor. Die Zentren des islamischen Fundamentalismus in Afghanistan sind zerstört, selbst im benachbarten Pakistan ist es sehr still geworden um Prediger eines Heiligen Krieges gegen den Westen. So überzeugend hat die amerikanische Militärmaschinerie ihre Arbeit getan, dass mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der Sowjetunion aus der einzigen verbliebenen Supermacht, die allzuoft wie ein deplatziertes Überbleibsel des Kalten Krieges gewirkt hatte, mit einem Mal eine Weltmacht geworden ist, die an der imperialen Vorherrschaft des Römischen Reiches gemessen wird.

  Aber das Amerika, das die Regeln der internationalen Politik umschreibt, ist ein durch

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