Mediensplitter

Medien | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

Besetzt . Zugegeben, die Neuigkeit ist nicht mehr neu; als sie neu war, hatte der Falter gerade Weihnachtspause. Am 21. Dezember wurde die Intendantin des ORF-Landesstudios Niederösterreich, Monika Lindner (57), mit den Stimmen sämtlicher der FPÖ und der ÖVP zurechenbaren Stiftungsräte zur Generaldirektorin des ORF gewählt. Der ebenfalls zur Wahl angetretene Generalintendant Gerhard Weis bezeichnete seine Abwahl als "politischen Ritualmord". ÖVP-Mediensprecher Molterer sagte, der ORF sei nun entpolitisiert. Vizekanzlerin Riess-Passer versicherte, Lindner habe keine personellen Zugeständnisse gemacht. FPÖ-Klubobmann Westenthaler, den Weis eine "Person, die Unanständigkeit verkörpert" genannt hatte, meinte, es werde nun mehr Meinungsvielfalt und Fairness im ORF geben. Kanzler Schüssel fügte hinzu, er habe nie etwas gegen Weis gehabt. Frau Lindner selbst kündigte an, sie werde ihr Team nur nach sachlichen Gesichtspunkten zusammenstellen. Immerhin muss der Stiftungsrat dieses Team genehmigen.

Eingestellt und umgepolt. Fast gleichzeitig mit der Wahl der ORF-Chefin wurde bekannt, dass der über Kabel zu empfangende Wiener TV-Sender TIV seinen Sendebetrieb einstellte und sich auf einen Neubeginn als Wirtschaftssender (mit 24 Stunden Programm) vorbereite. TIV-Gründungsmitglied Alf Altendorf bezeichnete diesen Schwenk des TIV-Managements als "verantwortungslos". Partner von TIV wird die ET-Media-Gruppe sein (Wirtschaftsblatt, Wiener). Man hat sich auch um die terrestrische Lizenz in Wien beworben. Im Mai will das neue TIV rund um die Uhr auf Sendung gehen.

Der letzte Macht das licht aus. Sehr dezent teilte das "Ö3 Magazin" letztens seiner Leserschaft mit, dass es ab sofort nur mehr im Internet zu erscheinen gedenke. Erst auf Seite 32 findet sich der erste diesbezügliche Hinweis. Der Rest findet ab jetzt nur noch im Netz statt: oe3.orf.at


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