Das Tier in dir und mir

DREHLI ROBNIK | Kultur | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

FILM. In Venedig wurde "Hundstage", der jüngste Film von Ulrich Seidl, mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Einmal mehr erweist sich der Regisseur als der beste Freund des Menschen: Er zeigt, wie wir sind, wenn wir es spaßig und schön haben. 

Spaß ist bei Ulrich Seidl kein Problem. Zumindest handeln seine Filme oft davon, dass sich Spaß automatisch einstellt. So führt uns der Fernsehfilm "Spaß ohne Grenzen" (1998) in einen Vergnügungspark und zeigt zu Beginn eine Attraktion in der Geisterbahn: Eine Puppe mit verzerrter Fratze sitzt auf einem elektrischen Stuhl; auf Knopfdruck zwingt der Strom den starren Körper zu gequältem Leben: Licht blitzt, aus dem gerösteten Hirn steigt Rauch auf, die Puppe wackelt und schreit vor Schmerz. So ein Spaß!

  Etwas später lässt uns der Film in die verzerrten Gesichter von Parkbesuchern blicken, bei denen der Spaß ebenfalls auf Knopfdruck funktioniert. Das zwanghafte Lachen, unter dem sie sich schier endlos krümmen, hat etwas von

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