Ein höflicher Sprengmeister

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

THEATER. Drei Stücke von Gustav Ernst wurden und werden in dieser Saison uraufgeführt. Die Texte des Wiener Schriftstellers sind kraftmeierisch, angriffslustig und ziemlich körperlich. Eine Fleischbeschau. 

Franz Kramer: Die Wahrheit ist ordinär.

Seine Mutter: Man kann sich beherrschen.

Gustav Ernst "Ein irrer Hass", 1981

Gustav Ernst ist zurück auf Wiens Bühnen. Im Herbst war in der Drachengasse sein Achtundsechziger-Kammerspiel "Ideale Verhältnisse" zu sehen, in der Gruppe 80 hatte gerade seine Kulturbetriebssatire "Strip" Premiere, und im Mai folgt im Volkstheater eine Neubearbeitung von Wedekinds "Lulu" (Regie: Georg Staudacher). Am heimischen Theaterhimmel ist der 57-jährige Dramatiker kein Fixstern wie Bauer oder Turrini: Ernst kommt und verschwindet wieder.

  Wenn die Figuren in seinen Romanen, Theaterstücken und Drehbüchern etwas nicht können, dann ist das: sich beherrschen. In einem Western würden sie sich den Weg freischießen. Weil sie aber eher Verbrauchswaren in


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