Ein Mann packt aus

SEBASTIAN FASTHUBER | Kultur | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

PARANOIA-PROSA. Lucas Cejpek präsentiert in seinem Roman "Keine Namen" die fingierten Bekenntnisse eines Spitzels im Innenministerium. 

Wenn die Belagerung länger dauert, ist die Küche ideal. Mit Wasseranschluss, und man ist bewaffnet. Dann steche ich zu." Willkommen in der Welt der Paranoia, in der mit allem, besonders aber mit dem äußerst Unwahrscheinlichen zu rechnen ist und ergo die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen sind. Der da die Verbarrikadierungsmaßnahmen für den Ernstfall skizziert, ist im Übrigen durch seinen Beruf zum Paranoiker geworden. Der namenlose Protagonist in Lucas Cejpeks Roman "Keine Namen" ist ein Beamter des Innenministeriums, der als Spitzel mit streng vertraulichen Informationen handelt.

  Doch in jedem Paranoiker steckt auch die Lust, die Deckung zur verlassen: Einmal die mühsamen tagtäglichen Vorkehrungen zur Vermeidung des Unglücks abschütteln, stattdessen vollständig loslassen und sich seiner Umwelt offenbaren. Und das macht Cejpeks Held

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