Stadtrand: Ihr Schweine!

Stadtleben | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

Joschi und Uschi haben es sich in einem ehemaligen Ladenlokal in der Siebensterngasse auf ein paar Quadratmetern gemütlich gemacht. Passanten können zu ihnen hineinschauen und an ihrem Leben teilhaben: Sägespäne am Boden, etwas zu essen - ganz schön karg, aber irgendwie gemütlich. "Uns geht es gut", haben Joschi und Uschi in einem Brief an ihre Zuschauer auf der Straße geschrieben. Und "bitte klopft nicht gegen die Scheibe, wir können euch doch nicht hören". Den Sommer verbringen Joschi und Uschi auf dem Land, ist zu lesen. Da dürfen sie dann auch an die frische Luft und auf die Wiese. Den Winter müssen die zwei in der Stadt verbringen. Joschi und Uschi sind arme Schweine. Richtige, lebendige Minischweine. Sie gehören dem Zoogeschäft ums Eck. Früher haben sie dort gemeinsam mit Hunden und anderem Getier hausen müssen. So gesehen ist das eigene Geschäftslokal schon eine Verbesserung. Allerdings, so steht auf dem mit Joschi und Uschi unterschriebenen Zettel, sind die beiden Zwergschweine nicht zu verkaufen. Stellt sich die Frage, wieso lebende Schweine überhaupt in einer Auslage ausgestellt werden müssen. Und ob es dort demnächst noch andere Bauernhofangehörige in der Miniausgabe zu begaffen gibt. Irgendwie saumäßig. C. W.


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