Sideorders: Essen im Café

Stadtleben | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

Dass die Qualität des namensgebenden Heißgetränks in den Wiener Kaffeehäusern zum Tränengacken ist, muss nicht weiter behandelt werden. Was aber mindestens genauso schmerzt, ist die Tatsache, dass man es in den letzten Jahren nicht schaffte, eine spezielle Kaffeehaus-Esskultur abseits von Apfelstrudel und Schinken-Käse-Toast zu etablieren. Ein bisschen Anachronismus gut und schön, aber ihn zum Prinzip zu erheben dürfte für die Zukunft ein eher schwaches Programm darstellen. Ein spezielles Vergnügen macht das Essen hier:

Café Bräunerhof, 1., Stallburgg. 2, Tel. 512 38 93, Mo-Fr 7.30-21, Sa 7.30-19, So 10-19 Uhr.

Die Schinkenrolle hier zählt zu den schönsten in Wien und auf der Welt, man bekommt hier noch "Garniertes Ei" und ein Gericht namens "Restaurationsbrot". Herrlich! Die Frankfurter sind übrigens dermaßen zart und delikat, dass mans nicht glauben mag.

Café Teitelbaum, 1., Dorotheergasse 11, Tel. 512 55 45, Mo-Mi, Fr, So 10-18, Do 10-20 Uhr.

Ein spezielles Café in jeder Hinsicht: winzig klein, von Eichinger oder Knechtl gestaltet, zum jüdischen Museum gehörend und mit einer ganz hervorragenden vegetarischen Küche ausgestattet.

Café Korb, 1., Brandstätte 9, Tel. 533 72 15, Mo-Sa 8-24, So 11-21 Uhr.

Essen und Atmosphäre lassen sich selten schwerer trennen als im Korb: Die legendären (und legendär teuren) Würsteln sowie die Mehlspeisen gehören hier irgendwie zur Einrichtung, so wie die Gäste, die Kegelbahn, der schräge Garten.

Café Sperl, 6., Gumpendorfer Straße 11, Tel. 586 41 58, Mo-Sa 7-23, So 11-20 Uhr.

Das Sperl zählt in vielerlei Hinsicht zu den besten Kaffeehäusern der Stadt und wird noch stehen, wenn die meisten anderen schon zu Starbucks geworden sind. Das Essen hier ist großartig, hat das Niveau eines gehobenen Gasthauses.


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