Lesen und Essen

Stadtleben | FLORIAN HOLZER | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

Hamid Ajoudan hat fast schon alles gemacht. Er arbeitete beim Statistischen Zentralamt, er hatte Wiens einzigen aufklappbaren Teestand am Naschmarkt, er führte diverse Lokale, er studierte Politik, "aber das, was ich eigentlich wollte, war noch nicht dabei: Außenminister".

Seit vorigem September führt er jedenfalls einmal das kleine Café Kafka in der weitgehend unbekannten Capistrangasse, das früher Café Fuchs hieß und in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sogar von diverser Bühnenprominenz besucht wurde. In Kafka benannte er es um, weil er damit irgendwie initiieren wollte, dass die Leute in seinem Lokal auch ein bisschen mehr lesen, wie es sich seiner Vorstellung nach für ein Kaffeehaus eben gehört. "Ins Nice Rice sind die Leute nur wegen des Essens gekommen, und all die Zeitungen, die ich aufliegen hatte, hab ich selber gelesen." Und in seiner zwischenzeitlich geführten "Movie Bar" beim Apollo-Kino wäre das dann natürlich noch krasser gewesen.

Im Kafka ist es freilich durchaus

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