PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Nalber Dauern

Stadtleben | aus FALTER 02/02 vom 09.01.2002

... und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn ...

Mt 3,13-17 (Evangelium am 1. Sonntag im Jahreskreis, dem Hochfest der Taufe des Herrn, in einem Lesejahr A)

Da ich nicht zu leben verstehe, liebkose ich meinen Nachlass. Klebe einen Zettel auf eine Schachtel, notiere noch einmal, dass der "Predigtdienst" im Falter 45 aus 1994 unbedingt punktlos zu enden hat, bewahre ausgerechnet einen 50-Schilling-Schein auf, das hatte ich schon 1997 entschieden, weil Sigmund Freud oben ist. Der Vollzug dieser erdrückenden Unmenge von Tagen ist so unbeschreiblich unsäglich angesichts der praktischen Menschen, die die Straße überqueren, dass es sich verbietet, da zu sein. Es ist der Frieden der stinkenden alten Männer, die zerbrochen sind und nebeneinander einträchtig sitzen, in der Eingangshalle des Pflegeheims Lainz, in der fantastischen Balance des sich im gleichen Ausmaß Zu-Tode-Schämens und Zu-Tode-nicht-Schämens.


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