Am Wort: Jörg Haider

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Der Wahlkärntner schafft es immer wieder: Schuldumkehr und freche Aggression gegen "das Süstähm".

Zwei Gespräche, zwei Welten. Letzte Woche beim Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs. Ein hochgebildeter Mann, diskret aufgrund seiner Bildung, zurückhaltend, ja vorsichtig von Berufs wegen, der Herkunft und der Qualifikation nach ein Mitglied jener seltenen Spezies österreichischen Bürgertums, das seine Wurzeln in der josephinischen Beamtenschaft hat. Singulär; politisch als Vorbild unbrauchbar, schwierig zu vermitteln, aussterbende Art. Er repräsentiert eine Staatsidee, die er hundertmal durchdacht und hin- und hergewälzt hat; sie mündet in der Auffassung, dass Demokratie und Rechtsstaat einander bedingen, dass Demokratie ohne Rechtsstaat auf Faustrecht und die Macht des Stärkeren hinausläuft und dass umgekehrt ein Rechtsstaat ohne Demokratie zwar durchaus denkbar ist, aber nicht zu rechtfertigen.

Adamovich musste also zu einem Verständnis von Politik


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige