"Höllische Geschichte!"

Politik | FLORIAN KLENK und ARMIN THURNHER | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

GESPRÄCH. Ludwig Adamovich, Präsident des Verfassungsgerichtshofes, über die Attacken der FPÖ gegen die Justiz, das "besondere Völkchen" in Kärnten, den fehlenden Verfassungspatriotismus der Österreicher und die Brisanz einer möglichen Anfechtung des Temelín-Volksbegehrens. 

Ludwig Adamovich sieht ein bisschen müde aus. Er trinkt grünen Tee. "Ich will niemanden sehen", verkündet das Stimmungsbarometer, vor seinem Büro. Die intellektuelle Unordnung in seinem weitläufigen Büro möchte er nicht fotografiert haben. Es stapeln sich Hunderte verfassungsrechtliche Bücher, auf seinem Schreibtisch liegen Drohbriefe neben Aktenbergen. Darunter brisante Fälle, etwa das Ortstafel-Erkenntnis, mit dem der Verfassungsgerichtshof (VfGH) Ende vergangenen Jahres klargestellt hatte, dass das Land Kärnten in Ortschaften, die zu zehn Prozent slowenisch bevölkert sind, zweisprachige Ortstafeln aufzustellen hat. Daneben liegt ein Beschluss, der in den letzten Tagen für politisches Aufsehen


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