Durchs wilde Afghanistan

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

FILM. Mohsen Makhmalbaf schickt mit seiner Heldin auch den Blick des Westens auf die "Reise nach Kandahar" - und zeigt uns, was wir schon zu wissen glauben. 

Die Kalaschnikow ist eine halbautomatische Waffe mit Schnellfeuerfunktion. Sie tötet die Lebenden, zerreißt ihr Fleisch und verstümmelt die Körper der Toten." Den Blick starr auf seinen Lehrer gerichtet, rattert der Junge sein Sprüchlein herunter. Am Ende hebt er die viel zu große Waffe vor die Brust und lädt sie mit geübten Händen einmal durch - ratsch, klack: Unterricht in einer afghanischen Koranschule.

  Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt ein Problem mit Mohsen Makhmalbafs semidokumentarischem Drama "Reise nach Kandahar" ("Safar e Ghandehar", 2001). Oder präziser: Wir Westeuropäer haben ein Problem; denn viele Szenen entsprechen dem Bild, das wir uns von Afghanistan gemacht haben, so genau, dass sie fast fingiert wirken. Wenn etwa den Mädchen in einem Flüchtlingslager erklärt wird, dass dies ihr letzter Schultag


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