Die Liebe ist ein Hund

Kultur | HELMUT PLOEBST | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

TANZ. Hundstage im Tanzquartier: Der belgische Gesamtkünstler Jan Fabre zeigt sein Solo "My Movements are alone like Streetdogs". 

Jan Fabre ist ein Hund. Ein wilder. Der berühmte belgische Choreograph, Regisseur und bildende Künstler knurrt, bellt und beißt, er kackt mit tierischer Widerborstigkeit eine Performance-, Tanz- und Bilderkunst vor sein Publikum, die diesem schier den Atem verschlägt. Angesichts der Arbeit von Fabre kommen Empfindungen auf, wie sie seinerzeit vielleicht der griechische Kyniker Diogenes von Sinope bei seinen Zuhörern hervorzurufen wusste. Diogenes, das ist der Denker in der Tonne, über den der französische Autor Michel Onfray in seinem Buch "Der Philosoph als Hund" hingebungsvoll nachgedacht hat: "Der Hund verspricht auf bissige Weise, die Weisheit zu praktizieren."

  Fabre ist ein Diogenes, intelligent genug, uns an die Beine zu pinkeln. Aus seinen dunklen Bühnen-Tonnen blafft es zuweilen zornig. In seinen Stücken wird ein fetter Sehnsuchtsmond bejault


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