NÜCHTERN BETRACHTET: Ich sage Ja zum Stammfleischhauer

Kultur | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

Wie bei vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes nistet tief in meinem Inneren der hartnäckige Verdacht, dass nichts Besseres nachkommt. Man soll eine solche Haltung nicht vorschnell als konservativ denunzieren, denn sie hat auch ihr Gutes insofern, als sie das Gute der Gegenwart nicht vorschnell gegen fragwürdige Versprechen einer fernen Zukunft einzulösen bereit ist. Meine nähere Umwelt hat darunter nur insofern zu leiden, als ich in den wenigen Stammlokalen, die ich frequentiere, die Zeit, in der man auch die ein oder andere Runde Geschlechtsverkehr absolvieren könnte, damit zubringe, die Speisekarte zu lesen, nur um dann stets eines meiner zwei, drei Stammgerichte zu wählen. Aller Wahrscheinlichkeit nach kommt nämlich nichts Besseres nach. Seit kurzem habe ich auch einen Stammfleischer. Warum nicht? Ich sage Ja zum Stammfleischer (solider Lebenswandel!), aber Nein zum Stammwinzer (Dekadenz!! Altes Rom!!!). Darüber hinaus gebe ich stammwürzehältigen Getränken


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