PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Eden abschminken

Stadtleben | aus FALTER 03/02 vom 16.01.2002

Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will ...

Jes 49,3.5-6 (1. Lesung am 2. Sonntag im Jahreskreis eines Lesejahres A)

Abgemacht war am Telefon aufgrund eines Inserats ein Blind Date: Er würde klingeln, ich würde knien. Mit der Gegensprechanlage das Haustor öffnen, die Wohnungstür anlehnen, dann schnell zum Bambusrohr rennen und draufknien. Auch hatte ich ein Beistelltischchen zum Rohrstab beigestellt, mit Odol drauf, einen Becher Wasser und einer Schale zum Ausspucken des Gurgelwassers. Wenn er kommen würde, würde ich Odol ins Wasser geben und mir den Mund ausspülen und die Zunge im Becher baden. Denn wir hatten es uns so schon ausgemalt am Telefon, noch bevor er mir unter Umständen oder auch niemals erlauben würde, die Augenbinde abzunehmen, würde ich ihm den Arsch auslecken müssen. Schüttelfrost der Vorfreude, so erhitzten wir uns daran, aber er kam nicht. Er sagte auch nicht ab, oder irgendwas. Nichts. Bis heute knie ich


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