VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

... sprach sich die Alternative Liste Wien gegen den Bau des UNO-Konferenzzentrums aus.

Weil das geplante UNO-Konferenzzentrum zirka 7,5 Milliarden Schilling kosten wird, welche von der arbeitenden Bevölkerung aufzubringen sind; weil dieses Konferenzzentrum ein Prestigeprojekt der Regierung ist und denjenigen, die es bezahlen, keinerlei Nutzen bringt; weil der beschäftigungspolitische Effekt angesichts einer Arbeitslosigkeit von beträchtlich mehr als 100.000 Menschen minimal ist (geschätzte 3000 bis 5000 Arbeitsplätze) und zudem erst Ende dieses Jahres einsetzt; weil also dieses Projekt, statt Arbeitsplätze zu schaffen, einigen wenigen hoch technisierten Bau-, Elektro- und Installationsfirmen Profite verspricht, sprechen wir uns gegen den Bau des UNO-Konferenzzentrums mit aller Entschiedenheit aus. Wir wollen damit jedoch keineswegs in den Chor jener einstimmen, die mittels rassistischer Hetze gegen die UNO zu Felde ziehen, die heute nicht mehr außenpolitisches Instrument der USA ist. Zugleich erscheint es uns notwendig, den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit - die seit Ende des vergangenen Jahres zu einem dringenden Problem geworden ist - in vollem Umfang aufzunehmen. Die 35-Stunden-Woche ohne Lohnverlust hätte unmittelbare Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau in allen Betrieben. Ohne dass die Arbeitenden Einbußen in ihrer Lebensqualität hinnehmen müssten, wären die Firmen gezwungen, mehr Arbeitskräfte einzustellen. Kommunale Bauprogramme, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierten, also Schulen, Wohnungen usw., könnten der Arbeitslosigkeit auf dem Bausektor besser entgegenwirken als das maschinenintensive Konferenzzentrum. Allerdings kann es nicht darum gehen, zum Beispiel den jetzigen Wohnbau einfach fortzuschreiben. Wohnungen, die sich keiner leisten kann, sind letztlich ebenso unnötig wie das Konferenzzentrum.


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