"Mit nichts zu rechtfertigen"

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

UMFRAGE. Was tschechische und österreichische Intellektuelle vom Temelín-Volksbegehren und der aktuellen Beziehung zwischen Prag und Wien halten. 

Haider ist meiner Meinung nach ein Postfaschist", polterte Milos Zeman vergangene Woche. Er hält Haider für "das österreichische Tschernobyl. Je früher Österreich ihn loswird, desto besser." Der Angesprochene revanchierte sich prompt. Als "Kommunisten" und "Wendehals" beschimpfte der Kärntner Landeshauptmann den tschechischen Ministerpräsidenten. Er lege "dieselbe Geisteshaltung an den Tag", mit der 1968 "der Prager Frühling erstickt worden ist". Damit erreichte die Beziehung zwischen Österreich und Tschechien einen Tiefpunkt. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner zitierte Tschechiens Botschafter Jiri Grusa ins Außenamt. Bundespräsident Klestil telefonierte mit seinem Amtskollegen Vaclav Havel. Inzwischen legte Zeman im profil ein Schäuferl nach. Dort bezeichnete er Haider als "Pro-Nazi-Politiker", verglich das Temelín-Volksbegehren


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