Kommentar: Hey, Mr. Jedermann, gemma bissl prassen!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

"Man könnte sagen, dass ,Jedermanns Fest' in all seiner Trägheit gleichsam als erratischer Block in einem wirtschafts- und medienpolitischen (Um-)Sturzbach abgesoffen ist", schreibt Claus Philipp in einem soeben erschienenen Buch über die Filme Fritz Lehners (siehe dazu den Artikel auf Seite 51). Immerhin lässt der Standard-Filmkritiker die Möglichkeit offen, dass "Jedermanns Fest" eines Tages doch "als wertvoller Schatz für eine Archäologie der österreichischen Kino- und Politikgeschichte gehoben wird".

Wenn das Opus magnum eines Regisseurs vor allem als Schwemmgut wirtschafts- und kulturpolitischer Umsturzbäche dargestellt wird, kann man davon ausgehen, dass erstens mit dem Film als Artefakt irgendetwas nicht stimmt und dass die Schuld dafür, zweitens, der Politik zugeschrieben werden soll. Das 173-Minuten-Epos, das der Regisseur 1996 zu drehen begann, war - um es zurückhaltend zu formulieren - eine schwere Geburt. Weder das Budget (letztendlich immerhin 57 Millionen Schilling)


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