OHREN AUF! Dank den 3 Dicken

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

Die dicken Tenöre, die schmalzlockigen Walzergeiger und die schweinerockenden Orchester, so heißt es immer wieder in der Plattenindustrie, die brauche man ja nur, um noch irgendwie auf dem stagnierenden Klassikmarkt sein Geld zu verdienen und dieses dann sofort in verdienstvollere, aber schwer verkäufliche Projekte zu investieren. Das klingt nach Ausrede, ist es aber nicht unbedingt. Tatsächlich leisten sich beinahe alle große Firmen hin und wieder abseitigere Produktionen, die mit dem Massengeschmack in etwa so viel zu tun haben wie André Rieu mit Johann Strauß Junior.

Der Mega-Major Universal zum Beispiel, verantwortlich unter anderem für die Urväter der ernsten Fußball-Stadien-Beschallung Pavarotti, Domingo und Carreras, hat sich nun als Vertrieb auch in Österreich einer außergewöhnlichen französischen CD-Reihe angenommen, die mit Sicherheit keine Charts stürmen wird. Die Welt ist eben doch ungerecht, denn die mittlerweile zwölf Porträt-CDs der Edition Compositeurs d'aujourd'hui


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