Models, Mama und Moneten

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

FILM. Sechs Jahre und 57 Millionen Schilling nach Drehbeginn kommt Fritz Lehners "Jedermanns Fest" ins Kino und endet nach 173 Minuten in einem Fiasko. 

Das Model und der Stier in leinwandfüllendem Schwarz-Weiß. Die Kamera zieht hoch, und das Sujet erweist sich als riesiges Plakat vor der Wiener Staatsoper, auf dessen Dach die spektakuläre Kranfahrt zusteuert. Dort ist gerade eine Modeschau im Gange: Zur Musik von Richard Strauss wird Salomes Schleiertanz geboten. Dem bunten Freiluftspektakel in Parallelmontage kontrastiert: Jan Jedermann (Klaus Maria Brandauer), dessen Gesicht sich aus dem Dunkel eines weitgehend kontur- und farblosen Innenraums schält. Umwölkt von den Rauchschwaden seiner Cohiba beobachtet er am Schwarz-Weiß-Monitor das bildschirmfüllende Gesicht der von ihm verehrten Modeschöpferin Yvonne Becker (Juliette Gréco). Als Schluss- und Höhepunkt der Modechoreographie lässt Salome alle Hüllen fallen und entpuppt sich als Greisin (die mittlerweile verstorbene Ellen


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