Die Frau von La Mancha

Kultur | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

LITERATUR. Peter Handke schickt eine Geldexpertin in die spanischen Berge und schreibt den "Don Quichotte" neu. 

Am besten, man gewöhnt sich rasch daran: Ein Handy ist kein Handy, sondern ein "Handtelefon"; ein Hängegleiter kein Hängegleiter, sondern ein "Flugmensch". Auch die Hauptfigur des Buches ist der Gegenwart von Beginn an entrückt. Und so wäre es wahrscheinlich verfehlt, von so etwas Lapidarem wie der Sinnkrise einer Managerin oder gar einer "Aussteigerin" zu sprechen. Es ist schon so, wie Handke sagt: die Geschichte einer "Geldexpertin", die mit ihrem übernatürlichen Gespür weniger als eine Schülerin von Lee Iacocca als vielmehr als eine Inkarnation von Jakob Fugger erscheint.

  Eines Tages verlässt sie ihren Arbeitsplatz in einer europäischen Finanzmetropole, hinter der wahrscheinlich etwas ähnlich Furchtbares wie Frankfurt steckt. Zu Fuß geht es zum Flughafen, durch Randgebiete, die an jene "Niemandsbucht" erinnern, in der sich Handke in seinem vorletzten Roman


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