Sideorders: Die "Alternativen"

Stadtleben | aus FALTER 04/02 vom 23.01.2002

Klar kommt es darauf an, wie man "alternativ" definiert. Beislmäßig wollen wir es hier mal als anti-konformistisch, urban, nur mäßig gewinnorientiert, von Design, Dienstleistung oder Geschwindigkeit kaum tangiert, dafür aber von einem gewissen Geist der Kollektivität geprägt verstanden wissen. Außerdem von "alternativem" Publikum besucht, das viel Zeit hat, viel raucht, den gelebten Existenzialismus verkörpert und wirres Haar schätzt. Genug Klischees, die besten "Alternativen" sind:

Depot-Café, 7., Breite G. 3, Tel. 522 76 13, Mo-Fr 11-23 Uhr.

Herrlich reduziertes Café im denkmalgeschützten Zwanzigerjahremöbelhaus Marek. Essen und Trinken werden vom Bioladen St. Joseph beschickt, und zwar vegetarisch und sehr fein.

Das Möbel, 7., Burgg. 10, Tel. 524 94 97, Mo-Fr 12-1, Sa, So 10-1 Uhr.

Hervorragende Mischung aus Café und alternativer Designmöbelsalon. Die Objekte können vor Ort erworben werden, einigen davon wird dieses Schicksal sicher erspart bleiben. Kaffee, Bier, Brote und Strudel sind tadellos.

Café Nil, 7., Siebensterng. 39, Tel. 526 61 65, tägl. 10-24 Uhr.

Wunderschönes, im leicht orientalischen Stil gehaltenes Kaffeehaus, in dem seit jeher dem Design der Nil-Zigaretten gehuldigt wurde. Gekocht wird orientalisch, preiswert und in einer offenen Küche.

Naschmarkt Deli, 4., Naschmarkt Stand 421-436, Mo-Sa 7-22 Uhr.

Momentan die hippste Location der Alternativszene. Das coole, reduzierte Design stammt von Vorarlberger Jungarchitekten, die Speisekarte spannt den Bogen zwischen Türkisch und Amerikanisch. Top-Kaffee.

Futuregarden, 6., Schadekg. 6, Tel. 585 26 13, tägl. 19-2 Uhr.

Angewandter Bar-Minimalismus á la Berlin-Mitte. Statt der Bierkisten brachte man zwar schon ein paar Pulte und Tische an, aber damit hat sichs eigentlich auch schon. Regelmäßige Ausstellungen.


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