Die verschlafene Wende

Politik | FLORIAN KLENK und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

EU-ERWEITERUNG. Während Österreich über Reaktoren und Dekrete streitet, bastelt Europa an einer stillen Revolution. Die Osterweiterung ist eines der kühnsten Experimente. In wenigen Jahren werden 110 Millionen Menschen in die EU aufgenommen, 25 Staaten eine gemeinsame Verfassung haben. Österreichs Regierung wird dramatisch entmachtet. Warum stört das nicht einmal die FPÖ? 

Für die FPÖ wird sie nicht "ohne Wenn und Aber" über die Bühne gehen. Einige scheinbar entscheidende Fragen der EU-Erweiterung hätten vergangene Woche beinahe die Koalition gesprengt. Zuerst der "Schrottreaktor", dann die Benes-Dekrete: Das, so glaubt Jörg Haider, "sind die Probleme, die die Österreicher wirklich bewegen".

  Felix Austria. Seit Wochen beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit Vetos, Dekreten und Atomen. War da nicht noch etwas gewesen? Hatte der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder nicht vergangene Woche erklärt, dass er sich für den Beitritt von zehn Ländern "noch in diesem Jahr


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