Michel sucht das Glück

KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 05/02 vom 30.01.2002

LITERATUR. In seinem neuen Roman "Plattform" propagiert der französische Bestsellerautor Michel Houellebecq den Sextourismus und sorgt mit heftigen Attacken gegen den Islam für die übliche Aufregung. 

"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle."

1. Korinther, 13/1

"Und wenn ich schon die Liebe nicht begreife, was nützt es mir dann, dass ich das Übrige begriffen habe?"

Michel Houellebecq: "Plattform"

Michel Houellebecq wird seinem Ruf als Enfant terrible der französischen Literatur wieder einmal vollauf gerecht. Wenn sich Anfang Februar Zehntausende von Exemplaren der deutschen Übersetzung seines jüngsten Romans "Plattform" in den Buchhandlungen zu stattlichen Stapeln türmen werden, muss er sich in Paris vor Gericht verantworten, nachdem ihn die französische Moslem-Gemeinde wegen "Aufstachelung zum religiösen Hass" angezeigt hat. Wie stets ist es nicht ganz leicht, zwischen der Meinung

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